Die Bürokratie muss dringend abgebaut und damit der Ausbau Erneuerbarer Energien erleichtert werden, genauso, wie es die Bundesregierung im Klimapaket versprochen hat. Zu viele Jahre haben wir uns mit Formalien und Restriktionen quälen lassen. Endlich ohne Frust bei der Energiewende ins Tun kommen - das wäre super. Wir haben da viele Idee, hier eine davon:

 

Seit über zwei Jahren müssen alle EE-Anlagen im Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur eingetragen werden. Mehrere 100.000 EE-Anlagen sind dort registriert. Für viele Anlagenbetreiber*innen ist die Meldepflicht ein unklarer bürokratischer Akt und ein großes Sorgen-Thema, denn die Pflicht zum Eintrag lastet auf ihnen. Wer mit den energierechtlichen Fachbegriffen und Zuordnungen im Superregister nicht klarkommt oder es vergisst, läuft allerdings Gefahr, erhebliche Probleme zu bekommen. 

Warum? Im EEG ist verpflichtend festgeschrieben, dass Anlagenbetreiber*innen alle erforderlichen Daten zur Anlage innerhalb von 4 Wochen nach Inbetriebsetzung in das Marktstammdatenregister einzutragen haben. Erfolgt das nicht oder nur unvollständig, droht nach § 52 EEG der vollständige oder teilweise Verlust der Einspeisevergütung. Und leider sind schon viele in diese Falle getappt. 

Gibt es da nicht eine bessere Lösung? Wie meinen ja. Unser Vorschlag: Netzbetreiber sollen die komplette Verantwortung für Einträge in das Marktstammdatenregister erhalten. Da ihnen alle technischen Daten zur Anlage inklusive Informationen zum Netzanschluss, zur Spannungsebene und zum Standort vorliegen, können das Register fachgerecht führen. Schon heute gibt es vereinzelte Angebote von Netzbetreibern, diese Dienstleistung den Kunden anzubieten. Sie besitzen die Kompetenz und haben es leicht, standardisierte IT-Routinen zur Erleichterung der Arbeit zu entwickeln. Alles ist machbar und verhältnismäßig, denn die Einträge im Marktstammdatenregister müssen schon heute von Netzbetreibern auf Richtigkeit überprüft werden. Warum dann nicht gleich alle Neuanmeldungen und Änderungen einpflegen. 

Auf diese Weise könnten als Strafe festgelegte Vergütungskürzungen der Vergangenheit angehören. Anlagenbetreiber*innen tragen das wirtschaftliche Risiko ihrer Solar- oder Wind-Investition - das reicht völlig. Sofern Interesse besteht, sollten sie allenfalls mit Hilfe einer Anlagennummer die Möglichkeit erhalten, den Eintrag der Netzbetreiber im Marktstammdatenregister zu kontrollieren. Was meinen Sie - wäre das alles nicht ein kleiner Schritt zum Abbau der Bürokratie im EEG?