Der Begriff "Positive Rückkopplung" bedeutet nicht etwa "erfreuliche Rückkopplung", sondern bedeutet, dass ein Effekt (z.B. Auftauen der Permafrostgebiete) seine eigene Ursachen noch weiter verstärkt.
Bisweilen spricht man auch von „Kippelementen“.
Eines der bekanntesten Kippelemente ist das Auftauen der Permafrost-Böden
Bei den Permafrostgebieten in Nordkanada, Alaska, Grönland und Ostsibirien handelt es sich um ganzjährig tiefgründig gefrorene Sümpfe. Beim Auftauen der Permafrostgebiete entweicht hauptsächlich das Sumpfgas Methan, welches seinerseits die Globaltemperaturen deutlich erhöht und damit zu noch schnelleren Auftauen führt.

Permafrost

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Die tatsächlichen Verhältnisse sind allerdings komplizierter. Die einzelnen Rückkopplungen wirken nicht nur auf ihren eigenen Effekt zurück, sondern auch auf andere Effekte, die möglicherweise geografisch weit entfernt auftreten. Man spricht dann auch von "Mitkopplung". Ein einfaches Beispiel: Das Abschmelzen des Grönlandeises verändert die Meeresströmungen weltweit.

Aber auch völlig unerwartete Effekte treten auf: So hat die Abnahme der Grönland-Eismasse oder der antarktischen Eismasse einen absenkenden Effekt auf den benachbarten Meeresspiegel, weil die Massenanziehung zwischen Eispanzer und Meereswasser zurückgeht. Andererseits ist das Süßwasser, das ins Meer strömt, leichter als Salzwasser. Diese beiden Effekte gegeneinander abzuwägen, ist schon kompliziert genug.

Doch es wird dann noch erheblich komplizierter. Es sind mehr als ein Dutzend Rückkopplungseffekte mit unerfreulichen Folgen bekannt. Jeder beeinflusst auch die anderen Rückkopplungen. Dieses Gewirr von gegenseitigen Abhängigkeiten ist mathematisch nicht einmal mehr mit den größten Computern exakt vorher zu sagen, zumal die beteiligten Medien, insbesondere das Wasser, seine Materialeigenschaften wie Dichte, Aggregatszustand und Albedo (Rückstrahlfähigkeit) sprunghaft ändert.

Aus der erdgeschichtlichen Vergangenheit wissen wir, dass das Klimasystem des Planeten Erde bereits ohne Einwirkung durch die Menschheit zu starken Ausschlägen der Globaltemperaturen neigte. Wenn es überhaupt stabilisierende Rückkopplungen gibt, dann sind sie nur sehr schwach. Das unbeabsichtigte "Experiment", das die Menschheit vor zweihundert Jahren mit ihren extremen CO2 - Emissionen begonnen hat, ist deshalb lebensgefährlich. Dass die Menschheit dieses Experiment nicht mit äußerster Entschlossenheit beendet, ist unverständlich, unverzeihlich und möglicher Weise tödlich.

Prof. Schellnhuber schreibt in seinem Buch Selbstverbrennung, S. 349:
"Das Raumschiff Erde steuert dann geradewegs ins Feuer hinein"


Mit dem Begriff „Kippen“ wird schließlich eine nicht mehr zu stoppende Entwicklung bezeichnet, die zu irreversiblen Veränderungen führt. So kann man es als Kippen ansehen, wenn z.B. durch die klimawandelbedingte Verschiebung der Jahreszeiten zwischen Brutgebiet und Winterquartier eine Zugvogelart ausstirbt. Oder wenn der Narwal (der Wal ohne Rückenflosse und mit dem langen nach vorne gerichtetem Horn) endgültig ausstirbt, weil er sich nicht mehr unter der Eisschicht im Nordpolarmeer vor dem gefräßigen Orca-Wal verstecken kann.
Man kann es aber auch als Kippen ansehen, wenn weltweit die Zahl der Wald-, Steppen-, Savannen-, Ernte-, Städte- und sonstigen Brände unaufhaltsam immer weiter zunimmt. Dieser Kippvorgang zeichnet sich durch ein extrem hohes Tempo aus. Er droht nicht erst in einigen Jahrhunderten, wie der Anstieg des Meeresspiegels. Er droht bereits, wie die Ereignisse in Australien gezeigt haben, in wenigen Jahren mit einer weltweiten Feuerhölle.

Das Überleben der Menschheit ist ohne aktives Rückholen nicht mehr möglich.

"Rückholen von Klimagasen" aus der Atmosphäre wird nicht einfach sein, denn es gilt, die Klimagase schnell und wirksam aus der Atmosphäre und auch aus den Ozeanen zurück zu holen - erheblich mehr und erheblich schneller als dies die Fotosynthese aller Wälder der Welt könnte!. Immerhin müssen die Klimasünden von ein oder zwei Jahrhunderten wieder gut gemacht werden.

Das Rückholen muss in drei Schritten erfolgen

Die Tatsache, dass menschliches Verhalten einen Einfluss auf das Klima gehabt hat, ist inzwischen bewiesen und gilt unter Naturwissenschaftlern als Selbstverständlichkeit. Doch dass das zukünftige Verhalten der Menschen Einfluss auf die Klimaentwicklung haben wird - diese praktische Folgerung für die Zukunft wird daraus noch nicht gezogen.

Meinungsfreiheit Wer öffentlich behauptet, der Klimawandel sei harmlos, steht unter dem Schutz von Artikel 5 des Grundgesetzes, das die Meinungsfreiheit garantiert. Es gibt bisher kein Gesetz, das diese Behauptung verbietet.
Mester Bungee-Springen
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