Problematik

Von Betreibern von Solar- und Windstromanlagen, deren Vergütungsanspruch in Kürze ausläuft, werden Anschlussregelungen zum wirtschaftlich tragbaren und praktikablen Weiterbetrieb händeringend erwartet. Aus ökologischen und klimapolitischen Überlegungen wäre dies dringend notwendig, denn es ist nicht einzusehen, warum einwandfrei arbeitende EE-Anlagen nicht weiterhin am Netz bleiben sollten. Fehlende Anschlusslösungen wären ein schwerer Fehler bei einer schleppend vorangehenden und von Vertrauensverlust geprägten Energiewende.

Besonders bei Ü20-PV-Anlagen ist die geltende Rechtslage nicht tragbar. Nach dem aktuellen EEG 2017 ist ein Weiterbetrieb nur dann möglich, wenn Anlagenbetreiber den in das öffentliche Netz gespeisten Strom ohne Förderung durch das EEG direktvermarkten (sog. sonstige Direktvermarktung). Außerdem wird für jede Kilowattstunde Eigenverbrauch 40% EEG-Umlage fällig.

 

 

Gesetzentwurf zum EEG 2021

Am 23.09.2020 verabschiedete das Bundeskabinett nunmehr die von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier eingebrachte Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, die sogenannte EEG-Novelle 2021.

Der Gesetzesentwurf steht hier als pdf-Datei zum Download bereit.

Angebot für Ü20-Solaranlagen im geplanten EEG 2021

(ohne Anspruch auf Vollständigkeit, keine Rechtsverbindlichkeit)

Fazit

Die geplanten Vergütungsregelungen für PV-Anlagen nach Ablauf der 20-jährigen Vergütung sind ein wirtschaftliches Desaster für die Pioniere der Energiewende. Mit einer Einspeisevergütung in Höhe des Jahresmarktpreises ist der Weiterbetrieb von Volleinspeiseanlagen wirtschaftlich nicht zumutbar. Die jährlichen Betriebskosten für Versicherung, Wartung und Zähler werden damit nicht einmal annähernd abgedeckt. Der Pflichteinbau von Smart Meter bei Eigenversorgung und die Androhung von Pönalen, sollte man dieser Pflicht nicht nachkommen, setzen der Verantwortungslosigkeit der Autoren des Referentenentwurfs noch die Krone auf. Offensichtlich nimmt man in Kauf, dass bis 2025 ca. 1 Gigawatt Solarenergie vom Netz gehen. Wohlgemerkt: Es handelt sich um einwandfrei arbeitende Solaranlagen, die klimaneutralen Strom produzieren könnten. Das ist ein schwerer Fehler bei einer schleppend vorangehenden und von Vertrauensverlust geprägten Energiewende.