18.05.2022
18:00
Aachen, Mittwochswerkstatt "Zukunft gestalten" 

Referent: Rüdiger Haude

1896 beschrieb der schwedische Naturwissenschaftler Svante Arrhenius erstmals korrekt den anthropogenen Treibhauseffekt. Seitdem wissen wir im Prinzip, was wir mit der Verbrennung fossiler Rohstoffe global anrichten. Arrhenius hielt dies mit Blick auf seine skandinavische Heimat freilich für einen Segen. Von der Grundlagenforschung wanderte dieses Thema in der Mitte des 20. Jahrhunderts in den Bereich der Geopolitik, als Militärstrategen im Kalten Krieg Wetterveränderungen als Waffe in den Blick nahmen. Die Pentagon-Forschung motivierte jedoch seit den 60er Jahren die entstehende Umweltbewegung, und von hier wanderte das Thema schließlich in die globale Klimadiplomatie. 

Heute ist der Treibhauseffekt Gegenstand päpstlicher Enzykliken und ökonomischer Kalkulationen, während die „Kalten Krieger“ längst dazu übergegangen sind, ihn zu leugnen. Der Vortrag wird diese spannende Entwicklung rekonstruieren. Ihre Kenntnis ist eine wichtige Hilfe dabei, sich in den heutigen Debatten zurechtzufinden.