Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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Sehr geehrte, liebe Mitglieder und Freunde der Solarenergie,

die Szene kommt in Bewegung, die Stromversorger werden aktiv. Grüne Tarife, Solarstrombörsen, Zukunftspfennige, gemeinsame Stiftungen mit Umweltvereinen für die Solarenergie, Beteiligungen an imposanten Forschungsvorhaben ... Es fällt schwer, hier noch den Überblick zu behalten, und ein Wort zur Orientierung scheint angebracht.

Lassen Sie mich deshalb auf das Grundproblem zurückkommen: Unser Ziel ist die Energiewende, die rasche Ablösung von Kohle, Gas und Atom durch die erneuerbaren Energien, durch die Sonnenenergie. Als konkurrenzlos beste Methode hat sich die kostendeckende Einspeisevergütung für Strom aus privaten Anlagen bewährt. Die Umlage der Mehrkosten nicht nur auf gutmeinende Idealisten, sondern auf alle Stromkunden ist für uns unverzichtbar - aus Gründen der Gerechtigkeit und wegen des finanziellen Potentials, das von Idealisten alleine nicht bereitgestellt werden kann.

Ziel der Stromwirtschaft ist es dagegen, die Solarenergie möglichst langsam, wenn überhaupt, zur Marktreife gelangen zu lassen.

Soweit die strategischen Ziele beider Seiten. Alles weitere ist taktisches Geplänkel.

Die Dinge stehen nicht schlecht! Angesichts des steigenden öffentlichen Drucks zugunsten der kostendeckenden Vergütung (KV) glaubt die Stromwirtschaft offenbar, politische Entscheidungen für die KV nur noch verhindern zu können, wenn sie so tut, als täte sie selber genug. Ihre Aktivitäten haben genau dieses Ziel: Vortäuschung von Engagement bei garantierter Ineffektivität; publikumswirksamer Solar-Aktivismus.

Fatal ist es vor diesem Hintergrund, wenn Fachleute aus dem Bereich der Umweltbewegung auf dieses „Theater" reinfallen und den Stromversorgern wunschgemäß bescheinigen, daß sie „auf dem richtigen Wege seien". Jede Äußerung, die als Zustimmung zum Solar-Aktionismus der Stromversorger verstanden werden kann, sollten wir unterlassen.

Besondere Verantwortung tragen hier die Mitarbeiter der Umweltvereine und der Umweltzeitschriften, aber auch Hersteller, Planer und Installateure von Solaranlagen. Ihr Lob oder Tadel für Maßnahmen der Stromversorger hat Gewicht in der Öffentlichkeit.

Und nun komme ich zu einem heiklen Punkt. Hersteller, Planer und Installateure von Solaranlagen stehen unter dem wirtschaftlichen Zwang, Solaranlagen im Versorgungsbereich ihres Stromversorgers zu verkaufen. Von ihnen zu verlangen, sie sollten dessen Solarstrombörse, dessen Zukunftspfennig oder dessen grünen Tarif ausdrücklich ablehnen und stattdessen auf die KV warten, bedeutet, sie zum wirtschaftlichen Harakiri aufzufordern.

Doch eine Bitte an unsere Freunde unter den Herstellern und Installateuren ist sicher legitim: Wer aus einer wirtschaftlichen Abhängigkeit heraus die KV nicht bei jeder Gelegenheit als das beste Modell loben kann, den bitten wir auch um entsprechhende Zurückhaltung bei der öffentlichen Bewertung von Solarstrombörse und grünem Tarif.

Mit freundlichen Grüßen

W. v. Fabeck

Ihr Geschäftsführer



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