Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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19.03.2017, Wolf von Fabeck:

Umweltbundesamt befürwortet Ausbau der Übertragungsnetze

Kritik des Solarenergie-Fördervereins Deutschland (SFV)

Auf der Internetseite des Umweltbundesamtes (UBA) befindet sich unter der Überschrift Notwendigkeit des Netzausbaus ein irreführender Text (Hervorhebungen durch Unterstreichungen stammen vom SFV und werden direkt nach dem jeweiligen Absatz in Kleinschrift richtig gestellt):

(UBA:) Der wachsende Anteil erneuerbarer Energien stellt das Energiesystem vor große Herausforderungen. Die Stromerzeugung hat sich in Deutschland räumlich stark verlagert. Dadurch werden zusätzliche Übertragungs- und Verteilungskapazitäten notwendig. Gründe hierfür sind unter anderem der europäische Stromhandel, der Ausbau der Windenergie im Norden und Osten Deutschlands und die Liberalisierung des Strommarktes. Bisher wurden Kraftwerke verbrauchsnah gebaut. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien werden Stromerzeugung und -verbrauch geographisch immer mehr auseinanderfallen.

(SFV:) Das Gegenteil könnte der Fall sein! Solarenergie kann direkt auf dem Dach und an der Fassade des Verbrauchers gewonnen werden, Windparks können im Außenbereich der Städte und Gemeinden errichtet werden. Hier verzichtet das Umweltbundesamt ohne Not auf den größten energietechnischen Vorteil der Solar- und Windenergie: die Verbrauchernähe.

 

(UBA:) Um den größer werden Anteil erneuerbarer Energien in das Energiesystem integrieren zu können, muss die Netzinfrastruktur daher auf allen Spannungsebenen angepasst werden. Das heutige Netz ist nicht ausreichend für solche großen Leistungstransite sowie für Rückspeisungen aus den Verteilungs- ins Übertragungsnetz ausgelegt. Der Stromfluss erfolgte bisher nur in eine Richtung: vom großen, zentralen Erzeuger auf viele dezentrale Verbraucherinnen und Verbraucher.

(SFV:) Rückspeisungen aus den Verteilnetzen in das Übertragungsnetz sind elektrotechnisch kein Problem. Elektrische Energie kann in beide Richtungen übertragen werden.

 

(UBA:) Der Ausbau des Stromnetzes kann derzeit nicht mit dem der erneuerbaren Energien Schritt halten. So kann bereits in einigen Regionen nicht mehr zu jeder Zeit der Strom aus erneuerbaren Energien vollständig abgenommen und übertragen werden. In den Verteilungsnetzen nehmen Situationen zu, in denen die Spannungsgrenzwerte überschritten werden. Innovative Konzepte sind erforderlich, um die Spannung dynamisch regeln zu können: zum Beispiel Blindleistungsbereitstellung durch Photovoltaik-Wechselrichter oder der Einsatz regelbarer Ortsnetztransformatoren.

(SFV:) überschüssige elektrische Energie muss nicht übertragen, sondern gespeichert werden, damit man sie bei schwachem Wind und schwachem Sonnenschein nutzen kann.



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