Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 30.11.2016, aktualisiert am 11.01.2017, Wolf von Fabeck:

Nächte ohne ausreichende Windenergie im deutschen Stromnetz

Dunkelflauten im Jahr 2016

Gerüchte besagen, dass immer irgendwo in Mitteleuropa genügend Wind weht. Deshalb könne man durch Vervollständigung der Fernübertragungs-Trassen eine durchgängige Stromversorgung gewährleisten.

Diese Schlussfolgerung ist falsch. Es ist noch nicht einmal sicher, dass überhaupt irgendwo in Deutschland Wind weht. Zum Beispiel sind im Jahr 2016 im Bereich des deutschen Stromnetzes (von den Offshore-Windanlagen bis zur deutschen Südgrenze) 52 Dunkelflauten aufgetreten. Unter "Dunkelflaute" verstehen wir den Ausfall der Solarenergie wegen nächtlicher Dunkelheit oder wegen dunkler Wolken und das gleichzeitige Auftreten einer Flaute (sehr schwacher Wind). Die zur Verfügung stehende elektrische Leistung aus Sonne und Wind beträgt dann weniger als fünf Prozent der installierten Gesamtleistung.
.
Manche Dunkelflauten dauern nur wenige Viertelstunden, andere können sich über Nächte und sogar Tage hinziehen. Auch während einer Dunkelflaute muss die Stromversorgung ununterbrochen aufrecht erhalten werden. Um die Diskussion zu diesem Thema zu versachlichen, haben wir die Einspeisungen aus Sonne und Wind in das deutsche Stromnetz im Jahr 2016 ausgewertet.

52 Nächte mit Dunkelflaute

52 Nächte mit Dunkelflaute, in denen die in das gesamte deutsche Stromnetz (von den Offshore-Windanlagen bis nach Baden-Württemberg und Bayern) eingespeiste aufsummierte Windleistung zumindest stundenweise deutlich geringer war als ein Zehntel der installierten Windleistung.

26./27.11.2015 07./08.12.2015 13./14.12.2015 01./02.01.2016 15./16.01.2016
17./18.01.2016 20./21.01.2016 12./13.02.2016 18./19.02.2016 26./27.02.2016
05./06.03.2016 08./09.03.2016 18./19.03.2016 08./09.04.2016 14./15.04.2016*
28./29.04.2016 25./26.05.2016* 26./27.05.2016 27./28.05.2016 04./05.06.2016
16./17.06.2016 22./23.06.2016 04./05.07.2016 07./08.07.2016 12./13.07.2016
24./25.07.2016 25./26.07.2016 26./27.07.2016 30./31.07.2016 18./19.08.2016
31./01.09.2016 05./06.09.2016 09./10.09.2016 20./21.09.2016 22./23.09.2016
26./27.09.2016 09./10.10.2016 15./16.10.2016 22./23.10.2016 25./26.10.2016
30./31.10.2016 11./12.11.2016 22./23.11.2016 25./26.11.2016 28./29.11.2016
02./03.11.2016 04./05.12.2016 05./06.12.2016 06./07.12.2016 12./13.12.2016
13./14.12.2016 14./15.12.2016 16./17.12.2016 18./19.12.2016* 28./29.12.2016

In den mit * gekennzeichneten Nächten betrug die Windleistung sogar weniger als 1 Gigawatt.
Die installierte Windleistung betrug zu Beginn des Beobachtungsjahres etwas weniger als 40 Gigawatt, zum Ende des Jahres etwas mehr als 40 GW.

Datenquelle: Das im Internet öffentlich zugängliche "Agorameter"

Veranschaulichung der Daten durch Screenshots


Beispiel: Zunehmende Windstromeinspeisung Februar 2016
Agora Wind zunehmend

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Beispiel: Gute Windstromeinspeisung Februar 2016 mit kurzen Einbrüchen
Agora 26-01
Installierte Windleistung nachträglich in rot durch den Verfasser eingezeichnet

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Beispiel: Abnehmende Windstromeinspeisung Februar 2016
Agorameter abnehmender Wind

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Beispiel: Kaum Wind vom 09.04.16 bis 17.04.2016
Agora 09-04 bis 17-04-2016
Installierte Windleistung nachträglich in rot durch den Verfasser eingezeichnet

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Beispiel: Wenig Wind, viel Sonne Frühsommer 2016
agora 31-05 bis 08-06-2016.png
Installierte Windleistung nachträglich in rot durch den Verfasser eingezeichnet

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Schlussfolgerungen

Es gibt genügend Solar- und Windenergie, nur kommt sie nicht immer zur gewünschten ZEIT. Das Leistungsangebot muss deshalb ZEITLICH verschoben werden.

Stromspeicher können Leistungen ZEITLICH verschieben. Stromleitungen können Leistungen aber nur ÖRTLICH verschieben.

Wir brauchen deshalb Strom-SPEICHER statt Strom-Fern-Leitungen.



Würde man mit entsprechendem Engagement sofort dezentrale Stromspeicher errichten, dann brauchte man Windanlagen und Solaranlagen bei Starkwind und gutem Sonnenschein nicht mehr abzuregeln. Jeder erkennt dann die Sinnlosigkeit der Ausbaubegrenzungen bei Wind- und Solarstromanlagen im EEG. Außerdem könnte man die Milliarden für die Fernübertragungsleitungen in den Speicherbau stecken.



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