Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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vom 15.07.2019, aktualisiert am 08.08.2019, Wolf von Fabeck:

Eingeschränkte Balkonsolaranlagen - Wollen wir nicht viel mehr?

Reichen uns "Solar-Rebell-Module" als Protest gegen schikanöse gesetzliche Rahmenbedingungen?

 

Das Ziel des SFV bezüglich der Energieversorgung

Unser Ziel ist die schnellstmögliche Umstellung der Energieversorgung auf Solar- und Windenergie.

Solarstromanlagen können an und auf Gebäuden, und an Lärmschutzwänden, als Straßenbeläge, oder als Freiflächenanlagen oder an sonstigen Flächen, z.B. an der Karosserie von Fahrzeugen, Schiffen und Luftfahrzeugen angebracht werden.

Solarstromanlagen an und auf Gebäuden nennen wir an erster Stelle, denn sie bieten den großen Vorteil, dass hier bereits eine Netzanbindung vorliegt und auf diese Weise auch die Industrie (deren Dachflächen nicht ausreichen) mit versorgt werden kann. Leider reichen allerdings nach überschlägigen Abschätzungen für den Industriestandort Deutschland Solarstromanlagen auf und an Gebäuden noch nicht einmal aus.
Die Beschränkung der Größe von Gebäude-Solarstromanlagen auf die Eigenversorgung (diese Art von "Optimierung") halten wir deshalb für einen strategischen Fehler. Genau so halten wir es auch für einen strategischen Fehler, wenn man nicht sämtliche Balkongeländer, sondern nur einen beschränkten Anteil pro Wohneinheit nutzt, wie es die verbindliche(!) derzeitige VDE-Norm zulässt.

Wie kommt es zu den Beschränkungen der VDE-Norm?

Vorab: Die VDE-Norm ist verbindlicher Stand der Technik. Wer sich an diese Norm nicht hält, ist für alle negativen Folgen selbst verantwortlich.

Doch noch einmal gefragt: wie kommt es eigentlich zu dieser Norm?
Die VDE-Norm ist der Versuch, ein Verfahren zu entwickeln, welches unter den derzeit gegebenen einschränkenden gesetzlichen Rahmenbedingungen den Bewohnern von Miet- oder Eigentumswohnungen die Möglichkeit bietet, wenigstens einen kleinen Anteil an der Solarstromerzeugung beizutragen. Gegen diese gesetzlichen Einschränkungen (nicht gegen die VDE-Norm) protestiert der Solarenergie-Förderverein Deutschland auf das Schärfste, denn sie verfolgen offenbar das Ziel, das Solarwachstum zu bremsen. Dies tun sie mit einer raffinierten Kombination von Bürokratie und finanzieller Strangulation.

Welche Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen fordern wir.

Der SFV fordert ein Erneuerbare-Energien-Gesetz, das durch eine profitable Einspeisevergütung und ohne bürokratische Hürden die Einspeisung von geglättetem Solarstrom in das öffentliche Netz mit Gewinnen belohnt, die nicht geringer sind, als die derzeit in der Energiewirtschaft üblichen Anreize beim Netzausbau.

Gäbe es ein solches modernes EEG, so würde der Eigentümer eines Hauses nicht nur einige Balkonmodule bei seinen Mietern zulassen, sondern er würde vermutlich alle Balkone plus alle geeigneten Dachflächen mit einer eigenen übergreifenden PV-Anlage sowohl auf dem Dach als auch an allen Balkonen und Fassadenflächen aus einem Guss versehen lassen und damit Gewinne erzielen.

Für ein solches verbessertes EEG lohnt es sich eher zu streiten, als für eine behelfsmäßige Lösung, die den Mietern eine kleine und beschränkte Beteiligung an der PV-Nutzung ermöglicht.

Probleme, die bei den jetzigen Rahmenbedingungen noch unlösbar erscheinen, lösen sich bei profitablen Gewinnmargen wie von selbst.

Bei profitablen Gewinnmargen kann auch die o.a. VDE-Vorschrift entfallen.

 

Gefahren beim Anschluss von Balkonmodulen - Erläuterung für technisch Interessierte

In Häusern mit Solaranlagen gibt es zwei Arten von Stromleitungen:

  • Versorgungsleitungen, aus denen die Stromverbrauchsgeräte ihren Strom erhalten,
  • Einspeiseleitungen, in die die Solaranlagen ihren Strom einspeisen.

Wenn durch eine Stromleitung zu viel Strom fließt, erhitzt sie sich und es kann sogar zu Bränden kommen. Damit dies nicht geschieht, beginnen sowohl die Versorgungsleitungen als auch die Einspeiseleitungen am Hausanschlusskasten mit einer Sicherung. Die Sicherung unterbricht den Stromfluss, wenn zu viel Strom durch sie fließt.

Gefährlich kann es werden, wenn an eine Versorgungsleitung nicht nur Stromverbraucher sondern auch Stromerzeuger, also Balkonmodule angeschlossen werden. Dann fließt nicht der gesamte Strom durch die Sicherung. Siehe dazu ein Beispiel:

Bild: Gefahr durch zu viele Balkonmodule

Zu viel Balkonmodule


Zur Vergrößerung in die Grafik klicken

Das Leitungsstück zwischen Solarmodulen und Verbrauchern kann also überlastet werden, ohne dass die Sicherung es merkt. Die Gefahr besteht unabhängig davon, welche Anschlussart man verwendet, Schukostecker (die sogar ausdrücklich verboten sind) oder Wielandstecker oder gar Wieland-Mehrfachstecker, oder auch eine feste Verdrahtung ohne Stecker. Die Gefahr ergibt sich ausschließlich daraus, dass zu viele Balkonmodule an eine Versorgungs-Leitung angeschlossen werden.

Wenn Balkonmodule (egal mit welchemStecker) an eine extra dafür vorgesehene Einspeise-Leitung angeschlossen würden, gäbe es keine Gefahr.

Warum sind nach VDE-Norm Schukostecker für Balkonmodule ausdrücklich verboten?

Der durchschnittliche Stromverbraucher geht davon aus, dass ein Gerät mit "männlichem" Schukostecker in jede "weibliche" Schukosteckdose eingestöpselt werden darf. "Männliche" Schukostecker haben sozusagen keine Hemmungen (sorry!). Deshalb sollen Balkonmodule mit Schukosteckern gar nicht erst in den Handel kommen.

Warnende Betriebsanleitungen werden nur selten gelesen. Auch sind Betriebsanleitungen oft nicht mehr auffindbar.

Solarmodule mit Schukosteckern zu verkaufen ist - so empfinde ich es jedenfalls - fast so unverantwortlich, als würde man Autos in den Handel bringen, bei denen Gaspedal und Bremse vertauscht sind und würde auf diese "Besonderheit" durch einen warnenden Aufkleber am Armaturenbrett und in der Betriebsanleitung hinweisen. Irgendwann in unbestimmter Zukunft kann das zu einem Unfall führen.



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