Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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20.03.2013:

Aachen - Vortrag: Ist energetische Nutzung von Biomasse umweltschädlich?

Heizen mit Holz? Autofahren mit Pflanzenöl? Stromerzeugung mit Weizen und Mais?

Die energetische Nutzung von Biomasse wird von Vielen als eine klimafreundliche Alternative zur Energiegewinnung aus fossilen Stoffen angesehen. Demgegenüber vertritt der Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV) den Standpunkt, dass der Anbau von Biomasse zur Energieerzeugung abzulehnen ist (weitere Informationen s.u.).

Dipl.-Ing. Wolf von Fabeck, Geschäftsführer des SFV wird diese Entscheidung ausführlich erläutern. Für eine anschließende Diskussion ist ausreichend Zeit vorgesehen.

Eintritt: frei

Termin: 20. 3. 2013, 19.00 Uhr

Ort: Haus der evangelischen Kirche (300 Meter südwestlich vom Dom)
Frère-Roger-Straße 8-10 in Aachen
Bushaltestellen: Annastraße, Elisenbrunnen oder Alter Posthof

Veranstalter: Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V.


Einführungstext zum Thema:

Der vagabundierende Kohlenstoff

Die Kohlenstoffmengen auf diesem Planeten sind riesig. Die meisten von ihnen sind fest in den Gesteinsmassen des Erdinneren oder den fossilen Lagerstätten gebunden. Nur ein vergleichsweise winziger Anteil des Kohlenstoffs ist von Natur aus auf ständiger Wanderung. Dieser Anteil ist es, der unser Leben bestimmt und das Klima, in dem wir leben. Und um diesen Anteil geht es im folgenden Beitrag.

Auch wir Menschen selber bestehen (etwa zu einem Fünftel) aus dem Element Kohlenstoff. Wir haben diesen Kohlenstoff mit der Nahrung aufgenommen und unser Körper hat einige Atome davon in den Muskeln, den Knochen, dem Fettgewebe und den Nervenzellen eingebaut. Es kann durchaus sein, dass Menschen Kohlenstoffatome enthalten, die aus dem Schornstein eines Braunkohlekraftwerks in die Luft geblasen wurden.

Mit "Seelenwanderung" hat das aber nichts zu tun, sondern mit dem biosphärengekoppelten Kohlenstoffkreislauf und mit den Eingriffen des Menschen in diese natürlichen Vorgänge.

Der Streitpunkt

Die energetische Nutzung von Biomasse wurde – und wird auch heute noch von Vielen - als eine klimafreundliche Alternative zur Energiegewinnung aus fossilen Stoffen angesehen.

Die Strom- oder Wärmeerzeugung aus extra dafür angebauter Biomasse wird immer noch durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz und das Biokraftstoffquotengesetz gefördert.

In der lebhaften Diskussion zu diesem Thema werden zwar schwerwiegende Bedenken wegen der Flächenkonkurrenz zu Nahrungserzeugung und stofflicher Nutzung sowie wegen einiger bedenklicher „Nebenwirkungen“ (z.B. Dünger- und Pestizid-Einsatz, Monokulturen, Gentechnik) vorgetragen, jedoch geht die Mehrheit immer noch davon aus, dass energetische Biomassenutzung in der Hauptsache „CO2-neutral“ sei, weil – so wird kurzschlüssig argumentiert – ja nur solches Material verbrannt werde, welches vorher durch Photosynthese aus dem CO2 der Atmosphäre entstanden sei und nachher wieder zu CO2 werde und deswegen das Klima gar nicht schädigen könne.

Demgegenüber vertritt der Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV) den Standpunkt, dass Biomasse zur Energieerzeugung abzulehnen ist, weil bei der Verbrennung von Biomasse Kohlenstoffatome mit Sauerstoffatomen zu klimaschädlichem CO2 verbunden und in die Atmosphäre emittiert werden.

Energetische Nutzung von fossilen Brennstoffen steht keinesfalls zur Diskussion

Zur Vermeidung von Missverständnissen ist folgendes Statement wichtig. Die Schäden, die durch die energetische Nutzung von fossilen Stoffen angerichtet werden, sind noch schwerwiegender als die bei der energetischen Nutzung von Biomasse auftretenden Schäden, weil sie die Menge des vagabundierenden Kohlenstoffs im biosphärengekoppelten Kreislauf für Jahrhunderte, vielleicht sogar für Jahrmillionen erhöhen.

Die Argumente gegen die energetische Nutzung von Biomasse sind deshalb immer vor dem Hintergrund zu sehen, dass der SFV die energetische Nutzung fossiler Stoffe vehement ablehnt. Wir setzen uns vielmehr dafür ein, dass die fossilen (wie auch die atomaren) Energien zu 100 Prozent durch CO2-freie Erneuerbare Energien ersetzt werden, nicht aber durch die energetische Nutzung von extra dafür angebauter Biomasse.

Wir halten es nicht für ausreichend, dass die CO2-Moleküle durch die Photosynthese grüner Pflanzen später wieder in klimafreundliches Pflanzenmaterial zurückverwandelt werden, sondern wir beobachten mit Sorge den Klimaschaden, den sie in der Zeit zwischen Verbrennung und Photosynthese anrichten, so lange sie sich in der Atmosphäre aufhalten.

Darum geht es im weiteren Verlauf dieses Vortrages.



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